Was gibt es Neues beim BIF?

Hier finden Sie ausgewählte Nachrichten aus dem Netzwerk der Boehringer Ingelheim Fonds (BIF): Wir präsentieren zum Beispiel renommierte Förderungen und Preise für Stipendiaten und Alumni oder wichtige Ernennungen. Die Druckversion von Futura, BIFs internationalem Magazin (nur auf Englisch) bietet eine noch breitere Auswahl.

Haben Sie / hast Du einen Preis bekommen oder die Position gewechselt? Sind Sie / bist Du zum EMBO-Mitglied gewählt worden – Wir freuen uns über ein Nachricht von Ihnen / Dir.

2026 News

Im Jahr 2021 war der BIF-Absolvent Evgenij Fiškin Mitbegründer von Stipple Bio, das kürzlich nach einer Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus dem Stealth-Modus hervortrat. Stipple Bio hat sich der Weiterentwicklung onkologischer Präzisions-Therapien verschrieben, die auf tumorspezifische Epitope abzielen. Diese sind definiert als Abschnitte von Antigenen, an die das Paratop eines Antikörpers bindet und die ausschließlich auf der Oberfläche von Tumorzellen vorkommen. Dies ermöglicht eine zielgenaue Selektion. Evgenij konzipierte und entwickelte die sogenannte „Pointillist“-Plattform zur Identifizierung solch tumorspezifischer Epitope. Gemeinsam mit seinem Team entdeckte und entwickelte Evgenij das Leitprodukt des Unternehmens, STP-100. Dieses Antikörper-Wirkstoff-Konjugat soll Anfang 2027 in die klinische Phase eintreten.

Evgenij Fiškin: Stipple Bio, Cambridge, MA, USA, Fellowship: 2011–2013

Der Europäische Innovationsrat (EIC) fördert das Projekt „StemPhage“ mit 2,5 Millionen Euro. Es wird von BIF-Alumnus Michael Sieweke geleitet, gemeinsam mit zwei weiteren Forschern, Anke Fuchs und Angela Jacob. Sie wollen eine neuartige Immunzelltherapie auf Basis modifizierter Makrophagen für solide Tumore entwickeln und für die klinische Anwendung weiterentwickeln. StemPhage ist eines von nur drei vom EIC in Deutschland geförderten Projekten und gehört zu den 40 Projekten, die aus 611 Bewerbungen europaweit ausgewählt wurden.

Michael Sieweke: Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Fellowship: 1991–1992

Stefanie Dimmeler, Sprecherin des Exzellenzclusters „Cardio-Pulmonary Institute“ (CPI) und Projektleiterin am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), hat für die Entwicklung neuer Ansätze zur Reparatur geschädigter Herzen den mit 200.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Hector-Stiftung erhalten. Zudem wird sie in den Kreis der Hector-Fellows aufgenommen. Gemeinsam mit ihrem Team hat Stefanie Dimmeler aufgezeigt, wie die Innenauskleidung von Blutgefäßen durch nicht-kodierende RNAs reguliert wird und wie Gefäßschutz- und Heilungsprozesse gestärkt werden können.

Professorin Stefanie Dimmeler: Universität Frankfurt am Main, Fellowship: 1991–1992

Edward Lemke wurde zum Mitglied des ERC-Consolidator-Grants-Gremiums 2025 für den Bereich Biotechnologie und Biosystemtechnik ernannt. Die Mitglieder des Gremiums spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Förderanträgen durch den ERC. Es handelt sich um führende Forschende aus aller Welt, die den ERC dabei unterstützen, die besten Projektvorschläge auszuwählen. Sie verfügen sowohl über fachspezifische als auch über generalistische Kompetenzen und sollten nicht nur eine einzelne Disziplin oder einen bestimmten Forschungszweig vertreten.

Professor Edward Lemke: Institut für Molekularbiologie (IMB), Universität Mainz, Fellowship: 2003–2005

Leif Ludwig wurde eine Heisenberg-Professur für Stammzelldynamik und Mitochondriengenomik verliehen. Im Februar nahm er die Tätigkeit an seiner Einrichtung, dem Berliner Gesundheitsinstitut an der Charité, auf. Die Professur wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. 

Leif nutzt das Mitochondriengenom für Hochdurchsatzuntersuchungen an Blut- und Knochenmarkszellen, um Blutstammzellen zu kartieren und zu verfolgen. Zudem untersucht er mitochondriale Mutationen und die Mechanismen, durch die diese zu unterschiedlichen zellulären und metabolischen Phänotypen führen. Es wird erwartet, dass seine Forschung zu neuen Therapien führt, insbesondere da er Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Studien miteinander verbindet.

Professor Leif Ludwig: Berlin Institute of Health, Berlin, MD-Fellowship: 2011–2012

Christian Keysers und Uwe Ohler gehören zu den 319 (9,6 %) erfolgreichen Forschern, denen in der jüngsten Runde ein ERC-Advanced-Grant bewilligt wurde. Die Zahl der eingereichten Anträge erreichte mit 3.329 einen neuen Höchststand, was einem Anstieg von 31 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Advanced Grants ermöglichen erfahrenen Forschern, ambitionierte, von Neugier getriebene Projekte zu verfolgen, die zu bedeutenden wissenschaftlichen Durchbrüchen führen könnten.

Christian Keysers’ Projekt trägt den Titel „HarmAversion: The Neuro-Computational Mechanisms of the Aversion to Harm Others“. Er möchte die Mechanismen im Gehirn verstehen, die uns dazu veranlassen, Handlungen zu vermeiden, die anderen Schmerzen oder Schaden zufügen – Mechanismen, die für die Empathiefähigkeit von zentraler Bedeutung sind. Dieses Verständnis wird uns helfen, nicht nur die Psychopathologie zu begreifen, sondern auch zu verstehen, wie stabile soziale Gruppen entstanden sind.

Uwe Ohler erhält Fördermittel für das Projekt „TRANS-DECODE: Translational Control Decoded: Predictive, Interpretable and Generative Models of mRNA Regulation“. Zusammen mit seinem Team wird er mithilfe von maschinellem Lernen die molekulare Logik der Translation Schritt für Schritt entschlüsseln, um neue Wege zu finden, Defekte in regulatorischer RNA zu korrigieren, die zu Krankheiten führen. Ihr langfristiges Ziel ist es, RNA-Moleküle für Therapien und Anwendungen in der synthetischen Biologie entwerfen zu können.

Professor Christian Keysers: Königlich-Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften, Amsterdam, Niederlande, Fellowship: 1997–2000

Professor Uwe Ohler: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin, Fellowship: 1998–2001

2025 News

Volker Haucke, Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Professor für Molekulare Pharmakologie an der Freien Universität Berlin, hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum zweiten Mal eine Reinhart Koselleck-Förderung erhalten. Für seine interdisziplinäre Forschung darüber, wie sich Präsynapsen – die Übertragungsstellen von Nervenzellen – während der Entwicklung aus kleinen Transportpaketen im Axon zusammenbauen und wie sie sich im reifen Gehirn verändern, erhält er über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 1 Million Euro.

Professor Volker Haucke: Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, Fellowship: 1994–1997

Katharina Sonnen hat für ihr Projekt „Oscillating Signals: Somitogenesis – Information transmission by noisy oscillators“ einen ERC Consolidator Grant erhalten. Mit den 2,1 Millionen Euro will sie die Prinzipien entschlüsseln, nach denen Zellen oszillierende chemische Signale nutzen, um biologische Informationen in der rauschbehafteten Umgebung von Zellen und Geweben zu übertragen. Dabei wird sie Gewebe sowohl von embryonalen als auch erwachsenen Mäusen und Menschen untersuchen.

Katharina Sonnen: Hubrecht-Institut, Utrecht, Niederlande, Fellowship: 2008–2010

Im November 2025 erhielt Volker Haucke den Ernst Schering Preis 2025, der von der Schering-Stiftung mit 50.000 Euro dotiert ist. Volker Haucke, Direktor am FMP und Lehrstuhlinhaber an der Freien Universität Berlin, wird für seine bahnbrechenden Forschungen zum Vesikeltransport und zur neuronalen Signalübertragung geehrt, die unser Verständnis der zellulären Kommunikation im Gehirn grundlegend erweitert haben.

Professor Volker Haucke: Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, Fellowship: 1994–1997

Zoltán Nusser und Attila Losonczy, ein ehemaliger Doktorand in Zoltáns Labor, haben gemeinsam mit Ivo Spiegel vom Weizmann-Institut in Israel einen ERC-Synergy-Grant erhalten. Das Team möchte die unterschiedlichen molekularen Zusammensetzungen, Genexpressionsmuster und Aktivitätsveränderungen während des Lernens analysieren. Auf diese Weise können sie herausfinden, welche Prozesse der langfristigen synaptischen Plastizität ablaufen, wenn im Hippocampus ein räumliches Gedächtnis gebildet wird, und welche Moleküle in den verschiedenen Zellpopulationen daran beteiligt sind. 

Die ERC-Synergy-Grants stehen Teams aus zwei bis vier führenden Forschern offen, die gemeinsam an der Lösung anspruchsvoller Forschungsprobleme arbeiten, und sind – in diesem Fall – mit einer Förderung von 12 Millionen Euro über sechs Jahre dotiert. 

Für die Ausschreibung 2025 gingen 712 Vorschläge ein, von denen 66 Projekte gefördert wurden, eine Erfolgsquote von deutlich unter 10 %. Die Ausschreibung war zudem internationaler geprägt: 40 % der geförderten Vorschläge umfassten mindestens einen Hauptforscher außerhalb der EU oder ihrer assoziierten Länder. Der Anteil der Frauen unter den Projektleitern beträgt 25 %.

Zoltán Nusser: Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest, Ungarn,  Postdoktoranden-Fellowship: 2000–2006

Professor Attila Losonczy: University of Texas, Dallas, TX, USA, Fellowship: 2002–2003

Drei unserer Alumni (von denen wir wissen) haben kürzlich hohe Summen für den Aufbau der von ihnen mitbegründeten Start-ups erhalten:

Timo Kuschma und sein Start-up Forgent (nicht im Biotech-Bereich) haben 4,3 Millionen Euro in der Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt, der ersten Finanzierungsphase eines Start-ups. Forgent entwickelt KI-Agenten, die Unternehmen dabei helfen, die Komplexität von Ausschreibungen für öffentliche Aufträge – beispielsweise im Bereich Straßenbau, Stromnetze oder Sicherheitstechnik – in der EU zu bewältigen. 

Robert Macsics hat bekannt gegeben, dass sein Unternehmen smartbax in einer Pre-Series-A-Finanzierungsrunde 4,7 Millionen Euro eingeworben hat, um seine neuartigen Antibiotika-Wirkstoffe durch die präklinische Phase zu bringen. (Dieser Betrag wurde bis Juni 2026 auf 6,3 Millionen Euro aufgestockt.)

Pangea Bio, dessen Mitbegründer und Forschungs- und Entwicklungsleiter Thomas Pfeiffer ist, hat von der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research 1 Million US-Dollar erhalten, um einen seiner TrkB-Aktivatoren der nächsten Generation zur Behandlung der Parkinson-Krankheit weiterzuentwickeln.

Timo Kuschma: Forgent, London, UK, MD-Fellowship: 01/2014–11/2014

Robert Macsics: smartbax GmbH, Garching, Fellowship: 2017–2019

Thomas Pfeiffer: Pangea Bio, London, UK, Fellowship: 2013–2015

Wolf-Dieter Hardt wurde zum EMBO-Mitglied gewählt – als einer von 69 herausragenden Lebenswissenschaftlern, denen diese Ehre im Jahr 2025 zuteilwurde. Er erforscht die Infektionsbiologie von Salmonella Typhimurium, einem Hauptverursacher lebensmittelbedingter Erkrankungen. Die mittlerweile mehr als 2.100 Mitglieder (darunter mehr als 30 BIF-Stipendiaten) leiten die Durchführung der EMBO-Programme und -Aktivitäten, beispielsweise durch die Bewertung von Förderanträgen, die Mitarbeit im EMBO-Rat und in Ausschüssen sowie durch Beiträge zu Initiativen in den Bereichen Ausbildung, Politik, Öffentlichkeitsarbeit und Mentoring.

Professor Wolf-Dieter Hardt, ETH Zürich, Schweiz, Fellowship: 1993–1995

Im Juni wurde Simon Elsässer, damals am Karolinska Institutet in Schweden tätig, mit einer Alexander-von-Humboldt-Professur ausgezeichnet, Deutschlands höchstdotierter Wissenschaftspreis, der ausschließlich an weltweit führende Forscher vergeben wird. Als Gegenleistung für die Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro über fünf Jahre wird von den Preisträgern erwartet, dass sie langfristig nach Deutschland zurückkehren, um die Professur anzutreten. Im Oktober 2025 trat Simon Elsässer eine Stelle an der Universität Freiburg an, wo er den Forschungsschwerpunkt „Signals of Life“ sowie das Exzellenzcluster CIBSS verstärkt. Er erhält von der Carl-Zeiss-Stiftung über einen Zeitraum von zehn Jahren zusätzliche Fördermittel in Höhe von 4,8 Millionen Euro, um zu untersuchen, wie epigenetische Mechanismen beim Menschen im Zusammenhang mit Umwelt und Krankheit wirken, und um mögliche personalisierte Therapieansätze zu finden.

Professor Simon Elsässer: Universität Freiburg, Fellowship: 2010–2012

Das Forschungskonsortium SyncSol mit Sitz am MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam erhält 9,1 Millionen Pfund (etwa 11 Millionen Euro) von der britischen Förderagentur Advanced Research and Invention Agency (ARIA). Projektleiter ist Daniel Dunkelmann, der in der Abteilung von Ralph Bock, dem Direktor des MPI, tätig ist. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines universellen Chloroplastengenoms, das zwischen verschiedenen Pflanzenarten übertragen werden kann, um die Pflanzenzüchtung effizienter und vielseitiger zu gestalten. Dies könnte zu optimierten Nutzpflanzen führen, die Arzneimittel, Biokraftstoffe und maßgeschneiderte Materialien produzieren und gleichzeitig CO₂ aus der Atmosphäre binden, was zu einer nachhaltigen Bioökonomie der Zukunft beiträgt.

Daniel Dunkelmann: MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie, Potsdam, Fellowship: 2018–2020

Professor Ralph Bock: MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie, Potsdam, Fellowship: 1993–1996

Volker Haucke hat den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis erhalten, Deutschlands wichtigste Auszeichnung im Bereich der Forschungsförderung. Jedes Jahr ehrt die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit diesem Preis bis zu zehn herausragende Wissenschaftler und Akademiker und gewährt ihnen bis zu 2,5 Millionen Euro, um ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern und ihnen zu helfen, besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler einzustellen. Nominiert werden können Forscher aus allen Fachbereichen, die in Europa oder an einem deutschen Forschungsinstitut im Ausland tätig sind. Ausgezeichnet werden Personen, „die in ihren Forschungsgebieten sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext herausragende Leistungen erbracht haben und die außergewöhnliches Potenzial für künftige Spitzenleistungen zeigen“. 

Volker Haucke erforscht die Endozytose und hat neue Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen neuronalen Proteinkomplexen, Lipidsignalen und Mechanismen gewonnen, die die körpereigenen Bestandteile abbauen. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse hat er bereits Hemmstoffe für wichtige Enzyme des Fettstoffwechsels entwickelt und damit Hoffnungen auf neue Krebsmedikamente geweckt. 

Dies ist bereits das sechste Mal, dass ein BIF-Stipendiat diese Auszeichnung erhält.

Professor Volker Haucke: Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, Fellowship: 1994–1997

Yohanns Bellaïche und Edward Lemke wurden beide zu Mitgliedern der Academia Europaea gewählt. Sie gehörten zu den 329 Personen, die im April 2025 in die paneuropäische Wissenschaftsakademie aufgenommen wurden. Die 1988 gegründete Akademie zählt 5.500 renommierte Wissenschaftler aus europäischen Ländern aller Fachrichtungen zu ihren Mitgliedern.

Professor Yohanns Bellaïche: Institut Curie, Frankreich, Fellowship: 1995–1998

Professor Edward Lemke: Institut für Molekularbiologie (IMB), Universität Mainz, Fellowship: 2003–2005

2024 News

Das BIF-Netzwerk schafft Synergien: Ein ERC Synergy Grant wurde an unsere Fellows Herwig Baier und Rainer Friedrich für ihr gemeinsames Projekt „Neuronal Implementation of Cognitive Maps for Navigation“ vergeben. Weitere Forschungspartner sind Jennifer Li und Drew Robson. Der 10-Millionen-Euro-Grant finanziert eine sechsjährige Studie dazu, wie Zebrafische ihre Umwelt intern repräsentieren – ein Projekt, das unser Verständnis von Intelligenz revolutionieren könnte.

Professor Herwig Baier: MPI für Biologische Intelligenz, Martinsried, Deutschland, Fellowship: 1991–1994

Professor Rainer Friedrich: Friedrich-Miescher-Institut (FMI), Basel, Schweiz, Fellowship: 1995–1997

Aldo Faisal wurde vom Präsidenten des Deutschen Bundestages aufgrund seiner Expertise in KI, Neurowissenschaften und digitaler Gesundheit in den Deutschen Ethikrat berufen. Die Mitglieder des Rats sind ehrenamtlich tätig, ihre Amtszeit beträgt vier Jahre und kann maximal einmal verlängert werden. Sie verfügen über wissenschaftliche, medizinische, theologische, philosophische, ethische, soziale, wirtschaftliche und juristische Expertise. Neben Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus den genannten Bereichen umfasst der Rat auch Mitglieder, die sich besonders mit ethischen Fragestellungen in den Lebenswissenschaften auskennen und die Vielfalt gesellschaftlicher Meinungen reflektieren.

Professor Aldo Faisal: Imperial College London, UK, und Universität Bayreuth, Deutschland, Fellowship: 2000–2003

Christoph Thaiss wurde zum Core Investigator am Arc Institute ernannt. Die Programme des Instituts unterstützen ambitionierte und interdisziplinäre Forschung. Arc bietet Forschenden uneingeschränkte, mehrjährige Finanzierung und investiert in die Entwicklung experimenteller und rechnergestützter Technologien. Dadurch können Arc-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren kühnsten Ideen nachgehen, ohne die Einschränkungen traditioneller akademischer Strukturen. Arc ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz im kalifornischen Palo Alto und arbeitet zusammen mit der Stanford University, UCSF und UC Berkeley.

Professor Christoph Thaiss: University of Pennsylvania, USA, Fellowship: 2013–2015

Weitere vier BIF-Fellows wurden mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet. Die ausgewählten Projekte sind Rebecca Jordans „Mechanisms of Cortical Predictive Learning“, Attya Omers „Harnessing Hematopoietic Stem Cell Breakthroughs to Pioneer Advances in Transplantation Therapies“, Colinda Scheeles „Probing the Malignant Potential of Mutant Clones in Healthy Mammary Tissue by Successive Mutagenesis“ und Michael Dolans „MicroDissect: Dissection of Microglial State Biology in Brain Repair“. Michael wurde zudem zum Assistant Professor an der School of Genetics and Microbiology des Trinity College in Dublin ernannt.

Assistant Professor Michael Dolan: Trinity College Dublin, Irland, Fellowship: 2012–2014

Rebecca Jordan: The University of Edinburgh, UK, Fellowship: 2014–2016

Attya Omer: San Raffaele Telethon Institute for Gene Therapy, Mailand, Italien, Fellowship: 2015–2017

Professor Colinda Scheele: VIB KU Leuven, Center for Cancer Biology, Leuven, Belgien, Fellowship: 2015–2017

Im 60. Jubiläumsjahr wählte EMBO 100 neue Mitglieder und 20 assoziierte Mitglieder, darunter Emre Yaksi. Seine Gruppe untersucht sensorische Verarbeitungsmechanismen im Vorderhirn von Wirbeltieren anhand von Zebrafischen. Die inzwischen mehr als 2.100 Mitglieder (darunter mehr als 30 BIF-Fellows) steuern die Ausführung der EMBO-Programme und -Aktivitäten, beispielsweise durch die Bewertung von Anträgen, die Mitarbeit im EMBO-Rat und in Komitees sowie Beiträge zu Initiativen wie Training, Politik, Öffentlichkeitsarbeit und Mentoring.

Professor Emre Yaksi: Kavli Institute for Systems Neuroscience, Trondheim, Norwegen, Fellowship: 2004–2006

Im Jahr 2024 erhielten zwei weitere BIF-Fellows ERC Advanced Grants, Ralph Bock für sein Projekt „PlaMitEng: Plant Mitochondrial Genome Engineering: Technology Development and Application to Study Fundamental Aspects of Mitochondrial Gene Expression“ und Jan Ellenberg für das Projekt „MITOFOLD: Revealing the Structure and Mechanism of Mitotic Chromosome Folding Inside the Cell“. Dies ist bereits Jans zweiter Advanced Grant. Er wurde außerdem zum neuen Direktor des SciLife Lab sowie zum Professor am Karolinska Institutet und affiliierten Professor an der Stockholm Universität und der KTH Royal Institute of Technology ernannt.

Professor Ralph Bock: MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie, Golm, Deutschland, Fellowship: 1993–1996

Professor Jan Ellenberg: Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, Fellowship: 1995–1998

Unter den 102 ERC Proof-of-Concept Grants aus der letzten Runde 2023 ist auch ein BIF-Fellow: Volker Bormuth mit seinem Projekt „MIOBAS: Method for Integrated All-Optical Biological Analysis at Scale“. Jeder Grant ist mit 150.000 € dotiert und unterstützt ERC-Stipendiaten dabei, die Brücke zwischen den Ergebnissen ihrer bahnbrechenden Forschung und den frühen Phasen der Kommerzialisierung zu schlagen.

Professor Volker Bormuth: Sorbonne Université, Paris, Frankreich, Fellowship: 2005–2008

2023 News

Florian Schmidt erhielt einen ERC Consolidator Grant für sein Projekt „DEFLAMMATION: Negative Regulation of Inflammatory Responses Revealed with Camelid Nanobodies“. Er wurde zudem zum Professor für Immunologie von Infektionen am Universitätsklinikum Bonn ernannt. Seine Gruppe untersucht molekulare Mechanismen der angeborenen Immun- und Entzündungsreaktionen und führt vergleichende Studien mit verschiedenen Viren unter Einsatz maßgeschneiderter Nanobodies durch.

Professor Florian Schmidt: Universitätsklinikum Bonn, Fellowship: 2008–2010

Insgesamt 103 Institutionen weltweit nominierten ihre besten PhD-Studierenden für den International Birnstiel Award for Doctoral Studies in Molecular Life Sciences 2023. Der Preis, der nun im fünften Jahr verliehen wurde, hat sich zu einer der angesehensten Auszeichnungen seiner Art entwickelt. Drei der sechs Preise gingen an BIF-Fellows: Ida Jentoft, Arien Schiepers und Stanislau Yatskevich.

Ida Jentoft: Institut für Molekulare Pathologie (IMP), Wien, Österreich, Fellowship: 2019–2022

Arien Schiepers: Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA, Fellowship: 2018–2020

Stanislau Yatskevich: Genentech, Inc., South San Francisco, USA, Fellowship: 2019–2022

Im Oktober 2023 wurde Barbara Treutlein ein ERC Synergy Grant für das Projekt „AxoBrain: Mapping the Axolotl Brain and Its Regeneration“ verliehen. Ihre Mitstipendiaten sind Elly Tanaka und Kevin Briggmann. In den Worten von ERC-Präsidentin Maria Leptin: „Die ausgewählten Projekte sind leuchtende Beispiele für kühnen wissenschaftlichen Denksport.“ Synergy Grants richten sich an Projekte, die zu komplex für eine einzelne Forschungsgruppe sind, und finanzieren daher Gruppen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um ihre Fähigkeiten zu bündeln. Etwa zur gleichen Zeit wurde Barbara zudem mit dem Jubiläumspreis der Max-Clöetta-Stiftung in Höhe von 250.000 Schweizer Franken für herausragende Leistungen und aktive Forschung im Bereich der Biomedizin ausgezeichnet.

Professor Barbara Treutlein: ETH Zürich, Basel, Schweiz, Fellowship: 2009–2010

In einer feierlichen Zeremonie in Berlin wurde Leif Ludwig mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Es ist der wichtigste Nachwuchsforschungspreis Deutschlands und ist nun mit 200.000 Euro für weitere Forschung dotiert.

Leif Ludwig: Berlin Institute of Health und Max-Delbrück-Centrum, Berlin, MD-Fellowship: 2011–2012

Edward Lemke wurde zum Fellow der Biophysical Society in den USA ernannt, in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Exzellenz in Bezug auf die Funktion intrinsisch ungeordneter Proteine und seiner Beiträge Biophysik. Gegründet 1958, hat die Gesellschaft derzeit über 7.000 Mitglieder in Wissenschaft, Regierung und Industrie weltweit.

Professor Edward Lemke: Institut für Molekulare Biologie (IMB), Universität Mainz, Deutschland, Fellowship: 2003–2005

Im September 2023 erhielten drei BIF-Fellows einen ERC Starting Grant. Sie gehören zu den ca. 15 % der erfolgreichen Antragstellern, die jeweils rund 1,5 Millionen Euro erhalten. Hauke Hillens Projekt heißt „MitoRNA: Structural Studies of the Human Mitochondrial RNA Life Cycle“, Lukas Magers „SOAR: Systematic Triangulation of Pathobiont-Host-Interactions“ und Magdalene Schlesigers „Drugs and Memory: How Do Drug-Associated Contexts Drive Behaviour? The Role of Entorhinal Circuitry in Addiction“.

Professor Hauke Hillen: Universitätsmedizin Göttingen, Fellowship: 2014–2016

Lukas Mager: Universitätsklinikum Tübingen, Fellowship: 2012–2014

Magdalene Schlesiger: Universitätsklinikum Heidelberg, Fellowship: 2011–2014

Marianne Boes leitet das Forschungskonsortiums CLARITY (Causative Link between respirAtory syncytial viRus and chronic lung diseases: Identifying Targets for therapY), das von der Europäischen Kommission mit 7 Millionen Euro gefördert wurde. Pascal Falter-Braun vom Helmholtz-Zentrum München ist ebenfalls Teil des Forschungsteams.

Professorin Marianne Boes: Universitätsklinikum Utrecht, Niederlande, Fellowship: 1998–2000

Professor Pascal Falter-Braun: Helmholtz München, Neuherberg, Deutschland, Fellowship: 1996–1999

Michael Kriegs Projekt „ES LowLiteScope: A Light-Efficient Microscope for Fast Volumetric Imaging of Photon Starved Samples“ wird mit einem der 66 Proof-of-Concept Grants der zweiten Runde 2023 gefördert. Das Projekt zielt darauf ab, ein lichteffizientes Mikroskop für schnelle volumetrische Bildgebung von photonenschwachen Proben zu entwickeln. Derzeit leiden kommerzielle Lösungen für die Bildgebung von Biolumineszenz an niedriger räumlich-zeitlicher Auflösung, bedingt durch photonenschwache Proben. LowLiteScope soll diese Einschränkungen überwinden, indem der optische Pfad, die Datenerfassung und die Nachbearbeitung radikal neu gestaltet werden, basierend auf künstlicher Intelligenz.

Professor Michel Krieg: The Institute of Photonic Sciences, Castelldefels, Barcelona, Spanien, Fellowship: 2006–2008

Michael Rapé ist einer von neun Forschenden, die 2023 zum assoziierten Mitglied von EMBO gewählt wurden. Er ist in Kalifornien ansässig und wird für seine Arbeiten zum Proteinabbau in Entwicklung und Krankheit gewürdigt. Mitglieder unterstützen die Aktivitäten von EMBO, beispielsweise durch die Bewertung von Anträgen und die Mitarbeit im EMBO-Rat und in Komitees.

Professor Michael Rapé: University of California, Berkeley, USA, Fellowship: 2001–2002

Ivan Đikić erhielt den Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2023 für seine Beiträge zum Verständnis der Funktionen von Ubiquitin und der Mechanismen der Ubiquitinierung. Er teilt sich den Preis mit Brenda Schulman. Der Preis, der 1986 ins Leben gerufen wurde, zeichnet abgeschlossene Arbeiten aus und soll innovative Forschungsprojekte in der biomedizinischen Forschung fördern. Von den Preisgeldern in Höhe von 500.000 Schweizer Franken gehen 90 % in die Finanzierung laufender Forschungsarbeiten, während 10 % persönlich an die Forschenden gehen.

Professor Ivan Đikić: Universität Frankfurt, Deutschland, Postdoc-Stipendium: 1997

Zwei der diesjährigen 218 ERC Advanced Grants – hochprestigeträchtige, wettbewerbsfähige Grants in Höhe von ca. 2,5 Millionen Euro – gingen an die BIF-Fellows Alexander Meissner und Sarah Teichmann, die damit zu den 13,2 % der Antragsteller gehören, die eine Förderung erhielten. In seinem Projekt „CancerEpigenome: Dissecting the Cancer Epigenome – Fundamental Lessons from Developmental Biology“ wird Alexander biochemische, genetische und physiologische Aspekte der Plazenta- und Krebs-Epigenome untersuchen, die bemerkenswert ähnlich sind. Mithilfe selbst entwickelter Techniken und Methoden wird er spezifische molekulare Schalter im Epigenom der Plazenta erforschen, die möglicherweise auch im Krebs-Epigenom existieren. Sarah Teichmann wird in ihrem Projekt „ThyDesign: Learning from the Thymic Human Cell Atlas for T Cell Engineering“ einen 3D-Zellatlas des Thymus erstellen, um die externen und internen Einflüsse im Mikroumfeld des Thymus zu verstehen, die den Prozess der T-Zell-Differenzierung steuern. Sie hofft, dass die Ergebnisse das T-Zell-Engineering voranbringen, das sowohl als Forschungswerkzeug als auch für medizinische Anwendungen wie die Immuntherapie großes Potenzial hat. Sarah wurde außerdem mit dem FEBS-EMBO Women in Science Award 2023 von der Federation of European Biochemical Societies (FEBS) und EMBO ausgezeichnet, in Anerkennung ihrer herausragenden Beiträge zu den Lebenswissenschaften, insbesondere in den Bereichen Proteinassemblierung, Genexpressionsregulation und Einzelzell-Phänotypisierung. Der Preis würdigt Sarah auch als inspirierendes Vorbild für Frauen in der Wissenschaft.

Professor Alexander Meissner: MPI für Molekulare Genetik, Berlin, Deutschland, Fellowship: 2003–2005

Professor Sarah Teichmann: Welcome Trust Sanger Institute, Hinxton, UK, Fellowship: 1997–1999

MD-Fellow Leif S. Ludwig erhielt den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Nachwuchspreis 2023 für die Entwicklung einer neuen Methode zur Analyse der lebenslangen Regeneration von Zellen im menschlichen Blut, die bis zu 1.000-mal schneller, zuverlässiger und kostengünstiger ist. Mit dieser Methode können Forschende nun die Aktivität einzelner Blutstammzellen beim Menschen mit geringem Aufwand bestimmen. Der Preis ist mit 60.000 Euro für die Forschung dotiert.

Leif Ludwig: Berlin Institute of Health und Max-Delbrück-Centrum, Berlin, MD-Fellowship: 2011–2012

Drei BIF-Fellows erhielten ERC Consolidator Grants. Diese Grants für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Mitte ihrer Karriere sind mit bis zu zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert. Auf die Ausschreibung 2022 gingen 2.222 Anträge ein, von denen 321 eine Gesamtförderung von 657 Millionen Euro erhielten, was einer Erfolgsquote von etwa 14 % entspricht. 

In seinem Projekt „ChromaDYN: Quantitative Multimodal Pulse-and-Label Time-Resolved Chromatin Maps“ wird Simon Elsässer Fragen der Embryonalentwicklung untersuchen, wie Zellen entscheiden – und später erinnern –, welche Entwicklungslinie sie einschlagen, wie unterschiedliche Zellidentitäten kodiert werden und wie die richtigen Gene zur richtigen Zeit ein- und ausgeschaltet werden. 

In seinem Projekt „ArtRNA: Artificial RNA Regulators to Probe, Control, and Design Gene Regulatory Networks in Bacteria“ wird Kai Papenfort künstliche sRNA-Moleküle entwickeln, um in die Genetik von Bakterien einzugreifen und die molekularen Mechanismen der mikrobiellen Genexpression zu untersuchen. Er zielt darauf ab, die Funktionen von Genen und Regulationskreisen in Organismen im Allgemeinen zu verstehen und systematisch die Reaktion auf Antibiotika in pathogenen Bakterien zu untersuchen. 

Milka Sarris hat eine Förderung für ihr Projekt „LongWayFromFlam: The Uncharted Journeys of Inflammatory Cells and their Functional Implications“ erhalten. Sie wird Zebrafische verwenden, um zu untersuchen, welche zellulären Signale Leukozyten veranlassen, zur Infektionsstelle zu wandern, wie diese Zellen zwischen gesundem und entzündetem Gewebe unterscheiden und wie ihre Zahl an ihrem Ziel reguliert wird, um eine übermäßige Entzündungsreaktion zu vermeiden.

Assoc. Professor Simon Elsässer: Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, Fellowship: 2008–2010

Professor Kai Papenfort: Universität Jena, Fellowship: 2006–2008

Assoc. Professor Milka Sarris: University of Cambridge, UK, Fellowship: 2003–2006

2022 News

In der letzten Förderrunde des Jahres 2022 wurde Julia Kamenz für ihr Projekt „Cell cycle in vitro“ mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet. Sie möchte den molekularen Mechanismus einer der grundlegendsten biologischen Uhren entschlüsseln: der Zellzyklusuhr, die der Zellteilung zugrunde liegt und diese antreibt. In einem neuartigen Ansatz wird sie die einzelnen Bestandteile des Zellzyklus-Mechanismus isolieren und sie systematisch zu einer „tickenden“ Zellzyklusuhr zusammenfügen.

Professorin Julia Kamenz: Universität Groningen, Niederlande, Fellowship: 2009–2001   

Zwei BIF-Stipendiaten wurden zu EMBO-Mitgliedern gewählt. Im Jahr 2022 wurden 67 herausragende Lebenswissenschaftler aus 22 verschiedenen Ländern auf diese Weise geehrt und traten damit einer Gemeinschaft von mehr als 1.900 führenden Lebenswissenschaftlern bei.

Barbara Treutlein nutzt Einzelzell-Genomik, Bildgebungsverfahren und computergestützte Werkzeuge, um die Bildung menschlicher Organoide zu untersuchen und zu verstehen, wie diese Prozesse bei menschlichen Erkrankungen versagen. Außerdem versucht sie, bessere Organoidmodelle zu entwickeln.

Edward Lemke entwickelt innovative Techniken unter Einsatz von synthetischer und chemischer Biologie, um die biologische Dynamik intrinsisch ungeordneter Proteine mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zu untersuchen.

Dr. Stephan Formella und Marc Wittstock übernehmen zum 1. Juli 2022 die Geschäftsführung des Boehringer Ingelheim Fonds, Stiftung für medizinische Grundlagenforschung (BIF), von Dr. Claudia Walther. Die beiden neuen Geschäftsführer teilen sich die Verantwortung, Dr. Stephan Formella übernimmt die wissenschaftlichen und Marc Wittstock die kaufmännischen Aufgaben. In der gleichen Konstellation arbeiten sie bereits seit Mitte 2020 gemeinsam in der Schwesterstiftung des BIF, der Boehringer Ingelheim Stiftung (BIS).

Claudia Walther, selbst Alumna des Doktoranden-Stipendienprogramms des BIF, war 23 Jahre für den BIF tätig, davon 14 als Geschäftsführerin.

In dieser Zeit hat sie den BIF und seine Exzellenzprogramme äußerst erfolgreich weiterentwickelt und seine Professionalisierung entscheidend vorangetrieben. Gepaart mit ihrer großen wissenschaftlichen Expertise hat ihr persönlicher Einsatz für die Belange der Stipendiaten und Alumni zudem entscheidend dazu beigetragen, dass trotz des kontinuierlichen Wachstums der persönliche Kontakt und die individuelle Förderung der jungen Talente immer im Mittelpunkt des BIF standen.

Stephan Formella ist bereits seit Juli 2020 wissenschaftlicher Geschäftsführer der Boehringer Ingelheim Stiftung. Vor seinem Eintritt in die Stiftungswelt war der Mediziner und Pharmakologe 16 Jahre erfolgreich in der globalen Entwicklung und Medizin des Unternehmens Boehringer Ingelheim tätig, zuletzt als Gruppenleiter in der Translationalen Medizin.

Marc Wittstock ist seit Mai 2020 Kaufmännischer Geschäftsführer der BIS. Als Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann der Wirtschaftswissenschaften war er die ersten 10 Jahre seiner beruflichen Karriere im Bankgeschäft tätig, anschließend arbeitete er rund 13 Jahre im Bereich Finanzen & Controlling des Unternehmens Boehringer Ingelheim, wo er unter anderem jeweils einige Jahre für das Externe Rechnungswesen und das Konzern-Treasury verantwortlich war.

In der Übergabephase planten und führten die drei Geschäftsführer unter anderem bereits gemeinsam verschiedene Seminare und Konferenzen des BIF durch. Stephan Formella und Marc Wittstock haben auf diese Weise die besondere, anregende und vertrauensvolle Atmosphäre des BIF zu schätzen gelernt. Sie freuen sich darauf, die Programme des BIF fortzuführen und weiterzuentwickeln. Ihnen ist es Anliegen und Freude zugleich, herausragende Wissenschaft zu fördern und das lebendige Netzwerk aus mittlerweile mehr als 1.700 Geförderten und Alumni weiter wachsen zu sehen.

Florian Wilfling wurde für einen ERC Starting Grant ausgewählt und gehört zu den rund 400 Stipendiaten unter mehr als 4.000 Bewerbern. Er erhält 1,5 Millionen Euro für sein Projekt „Intrinsic Autophagy Receptors: Identity and Cellular Mechanisms“, in dem er untersuchen wird, wie bestimmte Frachtstoffe in der Zelle gesammelt werden und wie dieser Prozess mit der Autophagosomenbildung synchronisiert wird.

Florian Wilfling: MPI für Biophysik, Frankfurt, Fellowship: 2009–2012

Zwei BIF-Alumni gehörten zu den 253 Forschern, die ERC-Advanced-Grants in Höhe von bis zu 2,5 Millionen Euro über fünf Jahre erhielten. Für beide war dies bereits die dritte solche Auszeichnung. Insgesamt wurden für die Ausschreibung 2021 1.735 Anträge eingereicht, 625 Millionen Euro wurden ausgezahlt, und die Erfolgsquote lag knapp unter 15 %.

In seinem Projekt „ER-REMODEL – Endoplasmic Reticulum Remodelling via ERPhagy Pathways“ will Ivan Đikić die neuartige Idee untersuchen, dass Ubiquitin Rezeptorcluster antreibt, die wiederum den Prozess der Membranremodellierung in Gang setzen.

In ihrem Projekt „Neuroheart – The Cardiac Neurovascular Interface in Ageing“ wird Stephanie Dimmeler untersuchen, wie Nerven und Blutgefäße in alternden Herzen miteinander kommunizieren und warum die Erneuerung mit zunehmendem Alter nachlässt.

Professor Ivan Đikić: Universität Frankfurt, Postdoktorandenstipendium: 1997

ProfessorinStephanie Dimmeler: Universität Frankfurt, Fellowship: 1991–1992

Drei BIF-Stipendiaten haben ERC Consolidator Grants erhalten. Diese werden an Wissenschaftler in der Mitte ihrer Karriere vergeben und sind mit einer Förderung von bis zu zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert. Im Rahmen der Ausschreibung 2021 gingen 2.652 Anträge ein, von denen 313 mit insgesamt 632 Millionen Euro gefördert wurden, was einer Erfolgsquote von etwa 12 % entspricht.

Benjamin Judkewitz erhielt eine Förderung für sein Projekt „GlassBrain: Brain-Wide Processing and Whole-Body Biophysics of Directional Sound“. Die Forscher seines Teams wollen als Erste die gesamte Verarbeitungskette auf Einzelzellniveau aufdecken – vom akustischen Reiz über die mechanische Übertragung im Körper bis hin zur gehirnweiten neuronalen Aktivität.

In seinem Projekt „SwitchDecoding: Decoding the Path to Cellular Variation within Pathogen Populations“ wird Tim Nikolai Siegel den für die Schlafkrankheit verantwortlichen Parasiten Trypanosoma brucei untersuchen, um die Mechanismen zu verstehen, die genetische Variabilität in Pathogenpopulationen erzeugen, sowie jene, die es Pathogenen ermöglichen, der Immunabwehr ihres Wirts zu entgehen.

Das Hauptziel von Marion Silies’ Projekt „Adaptive Functions of Visual Systems“ besteht darin, zu verstehen, wie das Gehirn mit sich schnell ändernden Lichtverhältnissen umgeht und wie es die Eigenbewegung kodiert. Zu diesem Zweck wird ihr Team genetische Modelle nicht nur von Fruchtfliegen, sondern auch von anderen Insekten wie Schwebfliegen entwickeln.

Professor Benjamin Judkewitz: Charité – Universitätsmedizin Berlin, Fellowship: 2006–2008

Professor Tim Nikolai Siegel: Universität München (LMU), Fellowship: 2005–2008

Professorin Marion Silies: Universität Mainz, Fellowship: 2006–2008

Drei BIF-Stipendiaten haben ERC-Proof-of-Concept-Fördermittel (PoC) erhalten, die mit 150.000 Euro über einen Zeitraum von 1,5 Jahren dotiert sind und es den Stipendiaten ermöglichen, das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial von Ideen zu untersuchen, die aus zuvor vom ERC geförderten Projekten hervorgegangen sind.

Simon Elsässer erhielt seinen zweiten PoC-Zuschuss für das Projekt „hmqPro: Highly Multiplexed, Quantitative Protein Biomarker Profiling“. Weitere Zuschüsse gingen an Ludger Johannes für sein Projekt „Lectibodies to Eliminate Tumours“ sowie an Michael Sieweke für „ONCOMAC: Allogeneic Macrophages for Cancer Therapy“. Für die beiden letztgenannten Forscher war es das erste Mal, dass sie solche Zuschüsse erhielten.

Professor Simon Elsässer: Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden Fellowship: 2008–2010

Professor Ludger Johannes: Institut Curie, Paris, Frankreich, Fellowship: 1993–1995

Professor Michael Sieweke: Technische Universität Dresden, Fellowship: 1991–1992

Matilde Galli hat einen ERC Starting Grant erhalten für ihr Projekt: “Timing cell cycles in multicellular development”. Sie untersucht Nematoden um herauszufinden, wie sich die Teilungsmuster der Zellen im Laufe der Entwicklung der Tiere verändern. Sie will analysieren, wie sich die Genaktivität verändert und die Moleküle identifizieren, die diese Veränderungen antreiben. Dazu will sie eine neue Imaging-Plattform entwickeln, mit der sie die Zellveränderungen im Darm der Tiere in Echtzeit beeinflussen und beobachten kann. 

Matilde Galli, Hubrecht Institut, Utrecht, Niederlande, Fellowship: 2008–2010

2021 News

Kristin Tessmar-Raible und Karsten Weis wurden als Mitglieder der Europäischen Molekularbiologischen Organisation (EMBO) ausgewählt. Kristin untersucht die molekularen Kalender, die das Verhalten und Physiologie von Tieren steuern, als Reaktion of nicht das Sonnenlicht, sondern Jahreszeiten, Gezeiten oder Mondphasen. Karsten untersucht wie der Zellkern organisiert ist, wie Material durch seine Membran transportieret wird sowie den Transport und Abbau von mRNA sowie die Rolle von Phasenseparation bei der RNA. 

Im Jahr 2021, wurden 64 herausragende Wissenschaftler aus dem Bereich der Lebenswissenschaften aus 21 verschiedenen Ländern als neue Mitglieder in die EMBO gewählt. Sie gehören damit nun zu einer Gemeinschaft von mehr als 1.800 führenden Wissenschaflterinnen und Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. 

Professor Kristin Tessmar-Raible, Universität Wien, Österreich, Fellowship: 2001–2003

Professor Karsten Weis, ETH Zürich, Schweiz, Fellowship: 1993–1995